Genossenschaft |
21.10.2019 09:30 Uhr

Die Lesung der besonderen Art

Jennifer Sonntag zu Gast

Am 16. Oktober 2019 begrüßte unsere SENIORENBERATERIN Stephanie Becherer interessierte Mitglieder "... zu einem Blinddate" mit Jennifer Sonntag. In ihrer besonderen Art trug Christine Schmidtgen aus dem Buch vor und öffnete gemeinsam mit der Autorin allen Sehenden die Augen.

Frau Schmidtgen las u.a. aus dem Buch \\
Frau Schmidtgen las u.a. aus dem Buch \\"Liebe mit Laufmaschen\\" © FZWG
Ein Dankeschön an unsere Gäste für den schönen Nachmittag © FZWG
Ein Dankeschön an unsere Gäste für den schönen Nachmittag © FZWG
Ein Dankeschön an Frau Schmidtgen für diese mitreißende Lesung © FZWG
Ein Dankeschön an Frau Schmidtgen für diese mitreißende Lesung © FZWG

Unsere SENIORENBERATERIN berichtet:

"Frau Schmidtgen kam im Frühjahr auf mich zu kam und hatte die Idee eine Lesung über das Buch von Frau Sonntag zu halten. Sofort war ich Feuer und Flamme und wir suchten nach einem geeigneten Termin- Bei drei vollen Terminkalendern gestaltete sich das gar nicht so einfach! Unsere Idee hinter der Lesung war es, die Bewohner der Frohen Zukunft im Umgang mit blinden Menschen zu sensibilisieren und ihnen zu verdeutlichen, was diese Erkrankung mit Menschen und dessen Umfeld macht. Aber auch auf welche Dinge man achten sollte im Umgang mit blinden Nachbarn, Freunden, Partnern usw.

Am 16. Oktober 2019 deckten wir an einem verregneten Vormittag voller Vorfreude die Tische. Unsere Gäste sollten sich ja schließlich bei der Lesung gut aufgehoben fühlen. Man hat ja nicht alle Tage ein Blinddate... Kurz vor 15.00 Uhr sammelten sich im Foyer unserer Geschäftsstelle nach und nach unsere Gäste und nahmen an unserer reich gedeckten Tafel Platz. Frau Schmidtgen führte mit ihrer präsenten Art fantastisch durch die Lesung. Sie erzählte frei aus dem Leben von Frau Sonntag und verband dies mit Anekdoten aus dem Buch "Verführung zu einem Blinddate". Auch Frau Sonntag konnte immer wieder Dinge zu den vorgelesenen Passagen beitragen."

Unser Foyer verwandelte sich in einen Lesesaal © FZWG
Unser Foyer verwandelte sich in einen Lesesaal © FZWG
Frau Sonntag und Frau Schmidtgen hört man einfach gern zu © FZWG
Frau Sonntag und Frau Schmidtgen hört man einfach gern zu © FZWG
Frau Sonntag plauderte aus ihrem Erfahrungsschatz © FZWG
Frau Sonntag plauderte aus ihrem Erfahrungsschatz © FZWG

"Zum Ende gab uns Frau Schmidtgen noch einen weiteren Lesetipp mit auf den Weg. „Das Seroquälmärchen“, wie Frau Sonntag selbst sagte, ist eine sehr schwere Kost die nichts für zart Besaitete sei. Trotzdessen hat Frau Schmidtgen die Lesung mit einer unterhaltsamen Anekdote enden lassen, so dass am Ende glücklicherweise Freudentränen und ein Lächeln im Gesicht hatten.

Danach konnten alle Gäste der Frau Sonntag Fragen stellen, die sie auch sehr gerne beantwortete. Viele Gäste berichteten von Momenten die sie bereits mit Frau Sonntag erlebten und schwärmten von ihrer Sendung beim MDR. Im Anschluß war es Allen möglich exklusiv Bücher der Autorin zu erwerben, was viele sich nicht zweimal sagen ließen und ihre Chance nutzten.

Wir bedanken uns bei Frau Schmidtgen für ihr Engagement und die fesselnde Lesung. Einen herzlichen Dank geben wir auch Frau Sonntag mit auf den Weg. Es ist für uns nicht selbstverständlich, dass sie sich die Zeit genommen hat und uns Rede und Antwort stand. Wir verabreden uns mit ihr aber gern auch im nächsten Jahr zu einem Blinddate."

Jennifer Sonntag ist neben MDR-Moderator Martin Fromme das zweite Gesicht der Sendung "selbstbestimmt!". Die blinde Sozialpädagogin forderte seit 2008 Prominente in ihren "SonntagsFragen" zu anderen Sichtweisen auf. Ganz unkonventionell und immer wieder überraschend lenkte sie in dem Kurztalkformat vom Sehsinn ab, um andere Sinne zu schärfen.

Es waren die Lebensthemen, die sie vor allem interessieren. Was ist Glück, was der Sinn des Lebens? Wonach strebt man, was ist das Ziel? Erfolg, Karriere, Familie? Und was bleibt?

Die Sozialpädagogin und Autorin ist blind, deshalb sieht sie ihre Interviewpartner anders, deshalb schaut sie vor allem nach innen. Aber auch, weil die großen Lebensfragen eben schon immer die ihren waren. 

Erst suchte die spät erblindete Hallenserin Antworten in der Punkszene, nun steht sie der Gothic-Bewegung nahe. Aber nichts ist absolut und so formt sich Jennifer Sonntag ihr Weltbild immer weiter, immer wieder neu - profitiert seit 2008 nun auch von den Denkanstößen ihrer Gäste.

In ihrem neuen Kurztalkformat "Mit anderen Augen" spricht sie nun mit Menschen mit und ohne Behinderung über Alltagsprobleme, gesellschaftliche Konvertionen, über Missverständnisse und andere Sichtweisen auf das Leben. Quelle: www.mdr.de/selbstbestimmt/sonntagsfragen/sonntag118.html

"Tritt ein, lieber Leser, und fühl dich eingeladen. Nimm Platz auf meinem berühmt berüchtigten Ohrensessel mit dem Lammfell und lehn dich zurück. Wenn du wüsstest, wer hier schon alles gesessen hat …

Ich hoffe, die Raumtemperatur ist dir angenehm. In der Aromalampe verdampft extra für dich ein sinnliches Duftgemisch mit dem vielversprechenden Namen "Carpe Noctem".

Das Thema, welches wir zu besprechen haben, passt schließlich auch besser in die geheimnisumwobene Nacht. Welche Musik soll ich auflegen? Lass uns etwas Klassisches hören. Sieh mal, ich habe uns eine Flasche Wein bereitgestellt. Bedien dich ruhig. Ich habe die bordeauxfarbenen Kristallgläser gewählt, sie liegen gut in der Hand. Nimm den ersten Schluck und scheu dich nicht, mir all die Fragen zu stellen, die dich zu mir geführt haben am heutigen Abend.

Ich habe dir versprochen, dass du kein Blatt vor den Mund nehmen brauchst, denn ich weiß es zu schätzen, wenn jemand sein Anliegen offen ausspricht. Wir sind ja unter uns …

Ausgerechnet die Fragen, die den meisten Sehenden am brisantesten unter den Nägeln brennen, werden aus falscher Scham nicht mir, sondern den Menschen in meinem Umfeld gestellt, weil man mir ja nicht zu nahe treten will.

Und wer sich mit seiner Neugier auch an mein Umfeld nicht herantraut, beantwortet sich die brennenden Fragen selbst, irgendwie, aber dies meist falsch. Du, lieber Leser, wirst jenen Fehler nicht machen, denn du bist der Einladung zu unserem "Blind Date" gefolgt.

Und nun legen wir sie auf den Tisch, die Rätsel, die sich rund um die wohl größte Triebfeder des menschlichen Daseins ranken.

Du fragst mich, ob ich einen Partner habe und ob er auch blind ist. Falls er nicht blind ist, willst du wissen, wie er mit meinem Handicap umgeht, wie ich ihn kennengelernt habe, ob ich ihn jemals gesehen habe.

Wenn ich ihn kennengelernt habe, als ich bereits blind war, erkundigst du dich danach, woher ich denn überhaupt wissen kann, wie er ausschaut, ob er mein Typ ist, woher ich generell weiß, ob jemand attraktiv ist oder nicht.

Wenn ich dir sage, dass ich im Laufe der Beziehung erblindet bin, fragst du mich, ob mein Partner deswegen über Trennung nachgedacht hat. Tat er es nicht, hast du großen Respekt vor ihm, weil er trotzdem mit mir zusammengeblieben ist. Hat er mich allerdings erst weit nach meiner Erblindung auserwählt, wirst du dich fragen, ob so ein sehender Mann vielleicht einen Helferkomplex hat, wenn er sich auf eine blinde Frau einlässt.

Keine deiner Fragen nehme ich dir übel, denn du stellst sie mir interessiert und lässt dich nicht spekulierend hinter meinem Rücken über mein Privatleben aus. 

Ich werde dein verheddertes Fragenknäuel der Reihe nach mit dir gemeinsam aufdröseln und du brauchst nicht peinlich berührt sein und gar rot zu werden … Letzteres sehe ich ja ohnehin nicht … Also, lass uns beginnen …"


Lust noch mehr zu lesen? Dann hier entlang: www.blindverstehen.de/

 

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