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02.07.2020 12:00 Uhr

Konjunkturpaket: was haben Sie davon?

Kinderbonus, Steuersenkung & Co.

Das Konjunkturpaket zur Corona-Krise ist beschlossen. Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat zugestimmt. Neben der Mehrwertsteuersenkung gibt es einen Kinderbonus. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird erhöht. Was haben Sie davon? Und welche Hilfen gibt es insgesamt?

 © FZWG
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Dieser beträgt einmalig 300,00 € für jedes Kind. Voraussetzung: Das Kind/die Kinder müssen zumindest einen Monat lang in 2020 einen Anspruch auf Kindergeld gehabt haben bzw. bei noch nicht Geborenen diesen erlangen.

„Anders als ursprünglich geplant, wird der Kinderbonus in zwei Raten ausgezahlt“, sagt Gerd Wilhelm von der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e.V., Lohnsteuerhilfeverein, Beratungsstelle Halle. Die erste Rate von 200,00 € soll im September kommen, die zweite, 100,00 €, im Oktober 2020.

Der Kinderbonus wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Allerdings wird er mit dem Kinderfreibetrag verrechnet, bei wie es heißt „besser verdienenden“ Haushalten.

Grundsätzlich unternimmt das Finanzamt also auch beim Kinderbonus die sogenannte „Günstigerprüfung“. Das heißt die Behörde prüft, was für Steuerzahlende vorteilhafter ist, das Kindergeld plus Kinderbonus oder der Kinderfreibetrag.

Die Regelung ist im 2. Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (2. Corona-Steuerhilfegesetz) festgelegt, das jetzt von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde.

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird von derzeit 1.908,00 € auf 4.008,00 € erhöht. Dies gilt für die Jahre 2020 und 2021.

Die Unterstützung muss für 2020 beantragt werden. Der Antrag gilt dann automatisch auch für 2021.

Die wichtigsten Voraussetzungen: Die bzw. der Alleinerziehende ist nicht verheiratet, das Kind lebt im Haushalt und es hat Anspruch auf Kindergeld. Im Haushalt des Antragstellenden darf grundsätzlich keine andere volljährige Person leben.

Gerd Wilhelm: „Dass die Bundesregierung den Entlastungsbetrag mehr als verdoppelt ist auch ein wichtiges Signal. Denn Alleinerziehende sind keine Randgruppe. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2018 in Deutschland 2,4 Millionen vor allem Mütter aber auch Väter, die ihr Kind bzw. ihre Kinder alleine erziehen.“

Beim Kauf eines Elektro-Fahrzeugs verdoppelt der Bund seinen Zuschuss. Wer bis zum 31. Dezember 2020 ein E-Fahrzeug bis zu einem Wert von 40.000,00 € anschafft, der erhält eine Förderung von 6.000,00 € (bisher 3.000,00 €).

Die Umsatzsteuer (umgangssprachlich auch Mehrwertsteuer genannt) wurde am 1. Juli 2020 um drei bzw. um zwei Prozentpunkte gesenkt. Also von 19 % auf 16 % bzw. von 7 % auf 5 %. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von nunmehr 5 % wird zum Beispiel bei Lebensmitteln, Büchern, Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr oder auch bei Kulturveranstaltungen berechnet.

Diese Steuersenkung gilt bis zum 31. Dezember 2020.

Weiterhin gültige Corona-Hilfsmaßnahmen:

Kurzarbeitergeld: Das Kurzarbeitergeld umfasst übergangsweise bis zu 87 %. In den ersten drei Monaten erhalten Kurzarbeiter 60 % des Lohnausfalls (mit Kind 67 %) aus der Arbeitslosenversicherung. Ab dem vierten Monat gibt es für Kurzarbeiter 70 % (mit Kind 77 %) des Lohnausfalls. Dauert die Kurzarbeit sieben Monate oder länger erhalten Betroffene aus der Arbeitslosenversicherung 80 % (mit Kind 87 %) des Lohnausfalls.


Wichtigste Voraussetzung: Die reguläre Arbeitszeit muss um mindestens 50 % gekürzt worden sein. Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes gilt bis 31. Dezember 2020.

„Die wichtigste Nebenwirkung: Wer Kurzarbeitergeld erhält, der ist im kommenden Jahr verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben“, sagt Gerd Wilhelm: „Viele müssen dann auch mit einer Nachzahlung rechnen.“


Arbeitslosengeld verlängert:  Die Regelung betrifft diejenigen, die bereits vor Corona den Arbeitsplatz verloren und Anspruch auf Arbeitslosengeld (nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) haben. Enden die Arbeitslosengeldzahlungen normalerweise zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020, dann werden die Zahlungen für weitere drei Monate fortgesetzt.

Informationen über Hilfen für Arbeitnehmer beim → Bundesarbeitsministerium.

Hilfen für Familien

Elterngeld: Werdende Eltern, die bedingt durch die Coronavirus Pandemie weniger Geld verdient haben, etwa durch Kurzarbeit, müssen keine Einbußen beim Elterngeld befürchten. Die Monate mit geringerem Verdienst werden nicht mit berechnet.


Eltern in systemrelevanten Berufen können Elterngeldmonate verschieben. Das betrifft diejenigen, die durch Corona in diesen Berufen mehr arbeiten müssen als ursprünglich geplant. Die Elterngeldmonate können dann auch nach dem 14. Lebensmonat des Kindes noch genommen werden. Die verschobenen Elterngeldmonate müssen aber bis spätestens 30. Juni 2021 absolviert werden.


Notfall-KiZ: Der Kinderzuschlag (KiZ) wurde auf die Corona Pandemie zugeschnitten. Das Geld soll Familien helfen, die jetzt weniger verdienen. Die Unterstützung von bis zu 185,00 € pro Monat und Kind wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt.

Einen Überblick über finanzielle Hilfen für Familien in Zeiten der Corona Pandemie bietet das → Familienportal des Bundesfamilienministeriums.

Unterstützung für Studierende & pflegende Angehörige

Hilfen für Studierende: Das Bundesbildungsministerium hat zum einen die Überbrückungshilfe eingerichtet. Studierende, die sich in einer „akuten, pandemiedingten Notlage“ befinden, können Unterstützung von jeweils bis zu 500,00 € in den Monaten Juli und August 2020 erhalten. Zum anderen können sie seit dem 8. Mai ein bis zum 31. März 2021 zinsloses Darlehen beantragen. Das Darlehen kann bis zu 650,00 € pro Monat umfassen.

„Ganz gleich, wie mager die Unterstützung gerade für Studenten ausfällt, die aus Elternhäusern kommen, die es eben nicht so dicke haben: Wir raten jedem Studenten, die angebotenen Antrags-Optionen auszuschöpfen, so mühselig sie auch erscheinen mögen“, sagt Gerd Wilhelm.

Details und Antragsformulare finden Sie auf der → Ministeriums-Seite.


Unterstützung für pflegende Angehörige: Tritt durch die Corona-Krise eine „akute“ Pflegesituation auf, dann hilft der Staat Arbeitnehmern, die einen Angehörigen pflegen. Dazu zählt zum Beispiel, dass die Betroffenen jetzt bis zu 20 Tage der Arbeit fernbleiben können, statt der sonst üblichen zehn Tage. Entsprechend kann man auch das Pflegeunterstützungsgeld für bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch nehmen. In Absprache mit dem Arbeitgeber ist es nunmehr einfacher, die Freistellung zu bekommen.

Details finden Sie auf den Seiten des → Bundesfamilienministeriums.

Über die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck:

Die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer ist einer der führenden Lohnsteuerhilfevereine. Sie ist deutschlandweit aktiv mit rund 300 Beratungsstellen. 2019 wurden bundesweit über 50.000 Mitglieder steuerlich betreut. 1991 ist das Gründungsjahr des Lohnsteuerhilfevereins. 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.halle-lohnsteuerhilfeverein.de

Pressekontakt:
Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V. * Lohnsteuerhilfeverein *

Beratungsstelle Halle
Gerd Wilhelm
Benkendorfer Straße 115, 06128 Halle
(0345) 48 20 891
gwilhelm@lohnsteuerhilfe.net

 

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Zur Außerordentlichen Vertreterversammlung am 18.07.2020 waren 31 von 55 Vertreter*innen anwesend.

Alle 31 Personen stimmten ab. 3 Stimmzettel waren ungültig.

Wahlleiter Jürgen Taute

Wahlhelfer/
Stimmenzähler

Uwe Wegert,
Romeo Handke,
Andreas Birke

Im Ergebnis wurden die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder in ihrem Amt bestätigt.

Es kam für kein AR-Mitglied die erforderliche 3/4 Mehrheit für den Widerruf der Bestellung zustande.